
- Jedes Jahr nach den Herbstferien haben die 26 Mitarbeiter vom Büsumer Bauhof ordentlich was zu schleppen. Dann kommen die rund 2000 Strandkörbe, die sonst an den Deichen und am Strand für Sonnen-, Sturm- oder Regenschutz sorgen, in ihr geräumiges Winterquartier.
"Wir benötigen etwas mehr als eine Woche dafür", sagt Ralf Schlühr, der stellvertretende Bauhofchef. "Gut 200 Strandkörbe können wir am Tag in den Winterschlaf schicken." Das monatelange Nickerchen wird in vier großen Hallen auf dem Bauhof-Gelände gehalten. Aber nicht alle 2000 Körbe landen dort. "Jährlich müssen etwa 300 repariert werden", sagt Ralf Schlühr.
Und dann schlägt die große Stunde von Olaf Langer. Seit 13 Jahren ist er auf dem Bauhof für die Flecht- und Tischlerarbeiten zuständig. Bis Ostern hat er jetzt Zeit, die 300 defekten Strandkörbe zu aufzumöbeln. "Das sind viele verschiedene Arbeiten, weil die Körbe aus Holz, Plastik oder Naturrohr bestehen", weiß der 55-jährige Langer.
Es werden verschiedene Holzleisten und Hängetischchen ausgetauscht, fehlerhaftes Naturrohr- oder Plastikgeflecht sorgsam geflickt oder Risse an den Plastikeinlagen der Körbe genäht. Außerdem werden Teile der Strandkörbe mit Holzschutzfarbe präpariert, oder sie bekommen einen neuen Anstrich, passend zum Flechtwerk. "Weiß ist die bevorzugte Farbe hier in Büsum", sagt Bauhof-Vizechef Ralf Schlühr. Aber im Winterlager findet man auch einige grüne, beige oder blaue Körbe.
"Wir versuchen alle defekten Strandkörbe zu reparieren, aber wenn die Kosten den angesetzten Rahmen übersteigen, gibt es doch lieber einen neuen", sagt Korbflechter Langer.
Die neu gebauten Sitzmöbel kommen aus einer Firma in Heringsdorf an der Ostsee. "Weil wir so viele bestellen, sind sie für uns günstiger", erklärt Ralf Schlühr. Etwa 600 Euro muss Büsum also für ein neues Möbel berappen. Für die nächste Saison werden im Nordseeheilbad 200 ganz frische Strandkörbe zum Ausruhen einladen.
Probleme mit Vandalismus an Strand und Deich haben die Bauhofmitarbeiter kaum zu verzeichnen. "Schlecht für die Körbe ist da schon eher das raue Klima hier an der Küste", sagt Ralf Schlühr. "Wenn es richtig stürmisch wird, sammeln wir sie auch im Sommer ein, damit keiner durch die Gegend oder ins Meer fliegen kann."
Etwa acht bis 15 Jahre hält so ein Strandkorb. Sollte einer nicht mehr kostengünstig zu reparieren sein, wird er ausgemustert, aber natürlich nicht weggeschmissen. Alle zwei Jahre findet auf dem Büsumer Bauhofgelände am Rechenmeisterweg eine Versteigerung für Privatpersonen statt. Da bekommt man schon für 80 bis 120 Euro einen ausgedienten Strandkorb, in dem es sich im heimischen Garten sicher noch schön entspannen lässt. Und so kam auch Ralf Schlühr zum eigenen Strandkorb: "Den hab’ ich vor ein paar Jahren günstig hier auf dem Bauhof ersteigert, dann aufgemöbelt, und der Korb hält jetzt immer noch ganz prima."
Der Termin für die nächste Strandkorb-Versteigerung: Am Sonnabend, 13. April 2013, ab 9 Uhr auf dem Bauhofgelände in Büsum.

Der gelernte Tischler und Bauhofmitarbeiter Olaf Langer flickt seit 13 Jahren Strandkörbe auf dem Büsumer Bauhof. Fotos: Hamann
Von: Britta Hamann
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