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30.04.2012 06:00 Uhr

Bau der Nord-Spange fraglich

Lehnt Lohe den Kreuzungsbau ab, sind Gewerbegebiet und WKK-Anbindung erledigt

In diesem Bereich der B 203 soll die Nord-Spange beginnen. Das Land beharrt auf einer Kreuzung, die Gemeinde Lohe will aber die Mehrkosten im Vergleich zu einem Kreisverkehr nicht tragen. Das Projekt steht kurz vor dem Aus.  Foto: Carl

In diesem Bereich der B 203 soll die Nord-Spange beginnen. Das Land beharrt auf einer Kreuzung, die Gemeinde Lohe will aber die Mehrkosten im Vergleich zu einem Kreisverkehr nicht tragen. Das Projekt steht kurz vor dem Aus. Foto: Carl

- Weil das Land auf dem Bau einer Kreuzung statt eines Kreisverkehrs auf der B 203 in Lohe-Rickelshof beharrt, stehen nun verschiedene Vorhaben auf der Kippe: der Bau einer Umgehungsstraße, an der ein Gewerbegebiet entstehen sollte, und eine neue Anbindung des Westküstenklinikums (WKK).

Vor zwei Wochen zeigte sich Hans-Georg Klarmann, Bürgermeister in Lohe-Rickelshof, noch zuversichtlich. Es war von Schützenhilfe aus dem zuständigen Landesministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Verkehr die Rede. Vor einigen Tagen hat sich die Lage dann wieder verschlechtert - zumindest aus Loher und Heider Sicht.

In einem Schreiben an den Landrat machte Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang deutlich, dass "unter Berücksichtigung unter anderem der planerischen, verkehrstechnischen und wirtschaftlichen Aspekte einer Kreuzung mit Ampel-Anlage der Vorzug zu geben ist". Mit demselben Schreiben hat die Staatssekretärin ein gemeinsames Planungsgespräch mit dem Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr angeboten. "Der Abstimmungsprozess ist also noch nicht abgeschlossen", heißt es aus dem Ministerium.

"Das sieht schlecht aus", sagt in Lohe Hans-Georg Klarmann. Die Loher Gemeindevertreter kämpfen seit Monaten vor allem wegen der Kosten darum, einen Kreisverkehr bauen zu dürfen. Dieser soll am Ortsausgang in Richtung Büsum entstehen. Die Kosten dafür belaufen sich laut Klarmann auf 480 000 Euro. Der Landesbetrieb für Straßenbau, der eine Kreuzung samt Lichtsignal-Anlage (also mit Ampeln) verlangt, koste dagegen 722 000 Euro. "Das ist eine Viertelmillion mehr. Wenn das Land darauf besteht, wird Lohe dem nicht zustimmen. Das ist zumindest meine Einschätzung", so Klarmann. Dann gebe es weder einen Kreisverkehr noch eine Kreuzung. "Und natürlich auch kein Gewerbegebiet und keine WKK-Anbindung", nennt er die Konsequenzen.

Eine Rettung für die geplanten Vorhaben könne es nur geben, wenn die Mehrkosten der Kreuzung nicht von Lohe getragen werden müssen. Neben der Gemeinde haben noch die Stadt Heide und der Kreis als WKK-Betreiber ein Interesse an der geplanten Verbindungsstraße. "Gerade vor dem Hintergrund der Heider Höfe und der an der Marschstraße geplanten Auffahrt zu der Einkaufspassage würde die Straße zum WKK entlastend auf den innerstädtischen Verkehr wirken", sagt Heides Bürgermeister Ulf Stecher.

"Die Loher Position, die Viertelmillion Euro nicht schultern zu wollen, kann ich nachvollziehen. Was sollen die sonst nachher für Quadratmeterpreise in ihrem Gewerbegebiet aufrufen", hält er die teurere Variante Kreuzungsbau aus wirtschaftlichen Gründen für problematisch. Allerdings hat auch Heide nichts zu verschenken und wird kaum etwas zur finanziellen Entlastung der Nachbargemeinde beisteuern können.

"Wenn der Kreis noch etwas zur Kreuzung dazugeben würde, wäre das eher machbar", sagt Klarmann. Und auch Ulf Stecher würde es "schon begrüßen, wenn das Klinikum und der Kreis Dithmarschen sich stärker engagieren würden".

Das Westküstenklinikum beteiligt sich allerdings schon an den Kosten für die verkehrstechnische Anbindung mit 226 000 Euro. Die Summe werde laut Klarmann zwar ausschließlich auf dem WKK-Gelände verbaut. Doch wie der Kreis auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, sind damit "die finanziellen Möglichkeiten des Klinikums in diesem Zusammenhang ausgeschöpft". Man habe seinen Beitrag geleistet und "hofft auf eine zügige Umsetzung und Verbesserung der Anbindung eines der wichtigsten Arbeitgeber in der Region".

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