

So wird es an der Markt-Südseite einmal aussehen: Wo jetzt noch die grünen Pavillons stehen, soll dieser Gastronomiebetrieb die Innenstadt attraktiver machen. Zeichnung: Ole Jebens/Jebens Schoof Architekten GbR
(dh) Ein bisschen war es wie bei der Oscar-Verleihung. Bürgervorsteher Franz Helmut Pohlmann öffnete während der Ratsversammlung den Umschlag mit der Zahlenfolge 36 35 33 - und gewonnen hat Thorsten Ehlers.
Der 36-Jährige ist der Sieger des Ideenwettbewerbs für die Neugestaltung der Pavillons an der Markt-Südseite. In einem bis zum Schluss anonymisierten Verfahren hat sich Ehlers mit dem Entwurf seines Architekten Ole Jebens gegen einen zweiten Bewerber durchgesetzt.
"Für mich geht ein Herzenswunsch in Erfüllung", sagte Thorsten Ehlers nach dem einstimmigen Votum der Ratsversammlung. Der gebürtige Heider wollte schon seit vielen Jahren ein Gastronomie-Projekt in der Kreisstadt umsetzten. Bislang fehlte ihm eine gute Gelegenheit. Der geplante Standort an der Markt-Südseite schien ihm aber so verlockend, dass er sich mit dem Heider Architekten Ole Jebens zusammengesetzt und geplant hat.
Thorsten Ehlers lebt in Heringsand und führt dort gemeinsam mit seiner Schwester das "Haus am Watt" - Hotel, Pension und Café. In dem geplanten Pavillon in Heide will der Gastronom ein Café und ein Restaurant betreiben, wo vom Frühstück bis zum abendlichen Barbetrieb etwas los ist. Besonderen Wert legt Ehlers auf regionale Produkte und Bio-Ware.
Architekt Ole Jebens hat das Gebäude als Mischkonstruktion aus Massiv- und Stahlbau konzipiert. "Holz, Glas und Stahl ergeben einen hochwertigen, aber dezenten Material-Mix, der nicht in Konkurrenz zur benachbarten Kirche tritt", erklärt Jebens, der sein Büro an der Speichergasse betreibt.
Bevor allerdings gebaut werden kann, ist noch eine Feinabstimmung mit der Stadt erforderlich. "Bislang handelt es sich bei dem Entwurf um eine Diskussionsgrundlage", sagt Ole Jebens, der sich vor der Planung eingehend mit den Denkmalschutz-Richtlinien befasst hat. Da der Investor auf dem Marktplatz und damit auf öffentlichem Grund baut, muss noch ein Erbbaurechtsvertrag geschlossen werden. Erst wenn dieser, ebenso wie die Detailplanung, in trockenen Tüchern ist, wird die Ratsversammlung grünes Licht für den Neubau geben.
Aus diesen Grund wollen Thorsten Ehlers und Ole Jebens noch nichts über den Zeitrahmen bis zur Eröffnung sagen - und auch die Investitionssumme bleibt geheim. Die reine Bauzeit dürfte nach Einschätzung des Architekten bei rund sechs Monaten liegen.
Die neue Gaststätte gliedert sich in zwei Bereiche, die durch eine mittlere Achse verbunden sind. Im Nordwesten wird der Gastraum durch einen Lounge-Bereich erweitert, der direkt neben der Bar liegt. Tagsüber kann die Lounge als Eltern-Kind-Bereich genutzt werden.
Wer sich über die ominöse Zahlenfolge 36 35 33 des Entwurfs gewundert hat: Das ist das Alter der drei beteiligten Architekten.
Von: Dieter Höfer
Diskutieren Sie über diesen Artikel