

Am Eiderdeich in Nordfeld endet der Rundweg. Eine Querung des Flusses ist wegen Bauarbeiten an der Schleuse seit vergangener Woche nicht mehr möglich. Fotos: Tiessen
- Wer in den kommenden Tagen oder Wochen einen Ausflug mit dem Fahrrad über die Schleuse Nordfeld machen möchte, sollte den Plan schnell wieder verwerfen. An dieser Stelle ist eine Querung der Eider unmöglich.
Die Firma Hachmann aus Lunden ist dort seit vergangener Woche mit Bauarbeiten beschäftigt. Voraussichtlich bis Ende September werden die Arbeiten dauern.
Für gut 250 000 Euro soll das sogenannte Deckwerk saniert werden. Bereits im Frühjahr wurden dort sämtliche Bäume gefällt, weil die Wurzeln in den vergangenen Jahren Radweg und Deich mehr und mehr beschädigten und langsam eine Bedrohung für das Schleusenbauwerk darstellten.
Jetzt wird der Deich Schicht für Schicht abgetragen, um an das Deckwerk aus Beton zu kommen. Es ist seit der Errichtung der Wehranlage im Jahr 1936 nicht wieder saniert worden und benötigt nun dringend eine Verschönerungskur. Feuchtigkeit und Baumwurzeln haben in den vergangenen 76 Jahren ihre Spuren hinterlassen.
Sobald das Deckwerk unter dem Deich saniert ist, soll eine dicke Folie drübergezogen werden, um die Anlage vor äußeren Einflüssen besser zu schützen. Das abgetragene Erdreich wird anschließend nach und nach wieder aufgeschüttet.
Die Baumaßnahme war in den Sommer verlegt worden, weil das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Tönning in diesen Monaten mit günstigen Witterungsbedingungen und niedrigeren Wasserständen gerechnet hat. "Diese aufwendigen Arbeiten müssen in der trockenen Jahreszeit ausgeführt werden", hatte der zuständige Bauingenieur André Segebard bereits im Frühjahr angekündigt. Doch gerade in dieser Zeit sind Einheimische und Touristen oft mit dem Fahrrad in der Region unterwegs. Die seit 2001 geschaffene Querung der Eider über die Schleuse Nordfeld wird auch gern angenommen. Doch in diesem Sommer wird das nicht möglich sein. Das WSA hatte Bürgermeister Werner Oetjens aus Kleve und auch seinem Amtskollegen Hermann Paulsen aus Drage angeboten, eine Behelfsquerung für Radfahrer und Fußgänger zu errichten. Doch diese Investition wurde von beiden wegen zu hoher Kosten abgelehnt. Stattdessen müssen sie nun bis Ende September mit der Trennung leben.

Der Weg ist versperrt: Dort, wo sonst Radfahrer das Gatter öffneten, genießt nun eine Kuh die Ruhe auf dem Eiderdeich.

Traktoren mit großen Anhängern transportieren die Erde vom Deich zum eingerichteten Sammellager.
Von: Ralf Tiessen
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