
- Für regional verwurzelte Sparkassen gehört es zum Selbstverständnis, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Kein Wunder: Dazu sind sie zum Teil auch gesetzlich verpflichtet. Eine Bilanz der Sparkasse Hennstedt-Wesselburen.
Die durch die Finanzkrise mit verursachte Abkühlung der Weltwirtschaft hat in Deutschland Spuren hinterlassen. Auch mittelständische Unternehmen kämpfen mit Auftragsrückgängen. Viele regional verwurzelte Kreditinstitute sind dabei jedoch ihrer Verantwortung dem Mittelstand und Kleinstunternehmern gegenüber gerecht geworden. Von einer Kreditklemme kann in diesem Sektor keine Rede sein. Im Gegenteil. "Wir haben die Kreditvergabe sogar ausgeweitet", sagt Dieter Henke, Vorstandsmitglied der Sparkasse Hennstedt-Wesselburen.
1992, als die Geldinstitute der Geest und der Marsch verschmolzen, überstieg der Anteil der Kundeneinlagen die Summe der Kredite deutlich. Dieses Bild hat sich gewandelt. Vor allem in der Zeit der Finanzkrise hat die Sparkasse Hennstedt-Wesselburen auf der Aktiv-Seite der Bilanz nachgelegt. Das Kreditvolumen hat sich in den vergangenen 20 Jahren fast verdreifacht - auf mittlerweile 426 Millionen Euro. Demgegenüber stehen Einlagen in Höhe von 364 Millionen Euro. Diese Veränderung liegt vor allem in der Investition in regenerative Energien begründet. Die Nachfrage in diesem Sektor, zum Beispiel durch den Bau von Windkraftanlagen, ist erheblich. Doch dabei gilt es, Spielregeln einzuhalten. Vereinfacht gesagt: Jede Kreditvergabe stellt ein gewisses Ausfallrisiko für die Sparkasse dar, und dafür muss entsprechendes Eigenkapital hinterlegt sein. "Heißt also, wir müssen es uns auch leisten können", erläutert Dieter Henke. Bei den Dithmarschern ist das bislang kein Problem. "Wir verfügen über ein komfortables Eigenkapital."
In der Windbranche herrscht Goldgräberstimmung. Vor allem in 2009 und 2010 hat sich auf diesem Gebiet einiges getan. So manches Mal habe ein Investor auch außerhalb des Geschäftsgebietes bei den Dithmarschern angefragt, um sein Vorhaben finanzieren zu lassen. "Zunächst haben wir das mitgemacht, aber mittlerweile lehnen wir solche Anfragen ab, weil wir strikt am Regionalprinzip festhalten wollen."
Der öffentliche Auftrag, die kommunale Trägerschaft und das Regionalprinzip seien untrennbar miteinander verbunden. Besonders das Regionalprinzip, das die Geschäftstätigkeit auf das Gebiet ihrer Träger (Amt Eider: 52,5 Prozent; Amt Büsum-Wesselburen: 30 Prozent; Amt Heider Umland: 17,5 Prozent) beschränkt, war ein Grund für die positive Entwicklung. Die Sparkassen in Deutschland sind quasi gezwungen, die Wachstums- und Entwicklungschancen vor Ort auszuloten und zu fördern. Weil sich das Kreditinstitut im Norden Dithmarschens strikt an diese Vorgaben gehalten habe, würde man im landesweiten Vergleich der insgesamt 14 agierenden Sparkassen auch immer wieder Spitzenplätze belegen, heißt es. Die Sparkasse Hennstedt-Wesselburen zählt nach wie vor zu den wirtschaftlich gesündesten im Land. Diverse Kennzahlen belegen das.
Im Übrigen: Seit 1992 hat die Sparkasse Hennstedt-Wesselburen 1,65 Millionen Euro an Vereine und Organisationen gespendet. Hinzu kommen noch "mehrere Millionen Euro Gewerbesteuer, die wir an die Kommunen gezahlt haben."
Vorstand der Sparkasse Hennstedt-Wesselburen (von links): Holger Reimers (51), Dieter Henke (54) und Tanja Gertz (40, Vorstandsvertreterin) im Schalterraum der Hauptfiliale in Hennstedt. Foto: Tiessen
Von: Ralf Tiessen
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