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Mittwoch, 07. Dezember 2011 | Von: Jörg Lotze

Textile Retrospektive im Landesmuseum

Angezogen: Ausstellung mit historischer norddeutscher Wäsche vom 11. Dezember bis 11. März

Ergänzt wird die Ausstellung durch viele historische Fotos aus den Familienalben der Projektteilnehmer wie dieses Portrait von 1910 sowie durch eine umfangreiche Knopfsammlung.

Ergänzt wird die Ausstellung durch viele historische Fotos aus den Familienalben der Projektteilnehmer wie dieses Portrait von 1910 sowie durch eine umfangreiche Knopfsammlung.

Eines der Exponate ist dieser Handschuh, der aus der Zeit zwischen den Weltkriegen stammt. Handschuhe wurden früher gern in Stoffbeuteln aufbewahrt, die oft mit Stickereien beschriftet waren.

Eines der Exponate ist dieser Handschuh, der aus der Zeit zwischen den Weltkriegen stammt. Handschuhe wurden früher gern in Stoffbeuteln aufbewahrt, die oft mit Stickereien beschriftet waren.

Meldorf

- Im wahrsten Sinne des Wortes auf Tuchfühlung mit der Vergangenheit kann man ab Sonntag, 11. Dezember, im Dithmarscher Landesmuseum gehen. Dann öffnet dort die Ausstellung "Angezogen!" ihre Pforten.

Zu bestaunen sein werden historische Wäschestücke aus privaten Dithmarscher Sammlungen. Ein 100 Jahre altes Taufkleid mit den eingestickten Namen der Täuflinge etwa. Oder ein Charleston-Kleid und Seidenunterwäsche aus den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Aber auch historische Schnittmuster, Accessoires wie zum Beispiel Handschuhe oder Hauben.

Die meisten Textilien stammen aus einer bedeutenden privaten Dithmarscher Sammlung und sind der Öffentlichkeit bislang verborgen geblieben. Neun Frauen und zwei Männer hatten sich im Dezember 2010 unter dem Dach der Seniorenakademie der Volkshochschulen (VHS) zusammengefunden, um die zahlreichen Wäschestücke aus früheren Zeiten zunächst zu sichten und zu katalogisieren. In der Ausstellung "Angezogen!" werden die textilen Schätze vom 11. Dezember bis 11. März erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Die Besucher erhalten einen Einblick in das mühsame Anziehen der vielen Schichten weiblicher Bekleidung und deren komplizierter Herstellung. Textiltechnische Feinheiten werden in großen Detailfotos gezeigt.

Die Mitglieder der Projektgruppe haben die Ausstellung eigenständig konzipiert und gestaltet. Zuvor waren Hunderte von historischen Textilien fotografiert und katalogisiert, darunter Jacken, Leibchen, Büstenhalter, Hauben, Taschen, Knöpfe, Spitzen, Samtdecken und andere besondere Handarbeiten. "Neben der Ausstellung hat die Arbeit der Gruppe noch einen zweiten wichtigen Nährwert: Die Eigentümer der Sammlungen verfügen nun über eine lückenlose Aufstellung aller ihrer kostbaren Sammlerstücke nebst historischer Einordnung", sagt Dr. Regina Bouillon. Die Kunsthistorikern hatte die Idee zu diesem Thema und die Gruppe von Beginn an betreut.

Viele Gegenstände seien dabei so faszinierend, dass die Arbeit im Projekt immer wieder unterbrochen wurde, damit alle genau schauen und staunen konnten. Genau das darf nun auch die Öffentlichkeit. Etwa über einen Seidenschirm aus der Zeit um 1800. Wieder ans Tageslicht kommen auch viele Dithmarscher Stoffe, die beispielsweise als Trachtenzubehör dienten. Aber auch historische Kleidung aus Aebtissinwisch. Diese stammt von einem alten Bauernhof und hat dort mehrere Jahrzehnte lang unbemerkt auf einem Dachboden gelegen. Zu diesen teilweise mehr als 100 Jahre alten Kleidungsstücken gehören auch eine Witwenhaube, Seidenjacken, Wollröcke und Blusen.

- Am Textilprojekt arbeiten mit: Sönke Paulsen, Renate Stephan, Helene Sühlsen, Silke Kroeger, Elke Trieglaff-Grabe, Andreas Vollstedt, Helga Rosin-Lange, Heike Brüdern-Hoppe, Ursel Burmeister, Gabriele Fraude-Tangermann und Christine Henning. Begleitung: Dr. Regina Bouillon und Professor Dr. Rainer Veyhl.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter der Adresse textilprojekt.blogspot.com


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