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07.11.2011 06:00 Uhr Eddelak

Zuckersüß auch ohne Zucker

Mona Stritzke weiß, welches Kraut wofür gewachsen ist: Gewürzkräuter ohne lästige Nebenwirkungen

Mona Stritzke mit einem Strauch-Basilikum.  Fotos: Schwohn

Mona Stritzke mit einem Strauch-Basilikum. Fotos: Schwohn

- "Gegen alles ist ein Kraut gewachsen" sagt der Volksmund. Womit er recht hat. Man muss nur wissen, welches Kraut wogegen hilft. Mona Stritzke weiß es.

Die gelernte Zierpflanzengärtnerin und Floristin beschäftigt sich sehr intensiv mit der Kräuterkunde. Inzwischen verfügt sie über ein so profundes Wissen, dass Kunden auf dem Heider Wochenmarkt ihr den liebevoll gemeinten Spitznamen "Kräuterhexe” verpassten.

Mona Stritzke eröffnete 2005 ihr Blumengeschäft am Wittenfeld 1 in Eddelak, vor zwei Jahren begann sie Kräuter in ihr Angebot aufzunehmen. Daraus wurde eine Leidenschaft, wie die Geschäftsfrau berichtet. "Im Laufe eines Jahres habe ich 84 verschiedene Kräuter im Sortiment.”

Neben den zahlreichen herkömmlichen Arten wie Rosmarin, Thymian, Petersilie & Co sind etliche darunter, von denen viele Menschen möglicherweise noch nie etwas gehört haben. Wie etwa dem Pilzkraut, (lat. Rungia klossii) aus Papua-Neuginea, dessen Saft ganz zart nach frischen Waldpilzen duftet, das aber beim Kochen ein köstliches Aroma abgibt.

Weitgehend unbekannt dürfte auch das Olivenkraut (Santolina viridis) sein. Ein tolles Würzkraut, das wie eingelegte spanische Oliven schmeckt, schon pur geknabbert ein Gedicht ist und Pesti und allen mediterranen Gerichten einen besonderen Pfiff verleiht.

Ebenso wie das Currykraut (Helichrysum italicum), das außergewöhnlich würzig schmeckt und dessen intensiver Duft zudem Insekten abweisend wirkt. Oder das Knobi-Gras (Tulbaghia violacea), mit seinem sehr starken Knoblauch-Aroma, welches jedoch - das dürfte Knoblauchfans besonders freuen - auch nach dem Genuss von größeren Mengen keinerlei Geruchsbelästigung nach sich zieht.

Die Liste der leckeren und ausnahmslos gesunden Kräutern ließe sich beliebig fortsetzen.

Unbedingt erwähnt werden müssen jedoch Salzkraut und Süßkraut, weil der Gebrauch von zu viel Salz und Zucker bekanntermaßen nicht gesundheitsfördernd ist. Salzkraut (Salsola Soda) ist auch als Mönchsbart und überwiegend in Italien bekannt. Es ist knackig, schmeckt salzig-säuerlich und kann roh und gekocht verwendet werden.

Das Süßkraut (Stevia rebaudiana) kommt aus Südamerika und hat schier unglaubliche Vorteile gegenüber dem Zucker und herkömmlichen Süßstoffen. "Die Süßkraft der getrockneten Stevia-Blätter entspricht etwa dem 15 bis 30-fachem Wert unseres Zuckers”, betonte Mona Stritzke. Doch damit nicht genug: Das Süßkraut ist auch für Diabetiker geeignet, völlig geschmacksneutral, hat null Kalorien und bietet Karies keine Chance.

Deshalb ist es sehr verwunderlich, dass dieses gesunde Kraut im hiesigen Handel nur als Zierpflanze zu haben ist. "Wir müssen Süßkraut als Zierpflanze verkaufen, weil es zurzeit von der Europäischen Union noch nicht als Lebens- oder Süßungsmittel zugelassen ist”, erklärte Mona Stritzke.

Noch ein letzter Tipp für all jene, die sich so manches Mal über einen im Supermarkt erstandenen Basilikum-Topf ärgerten, dessen Inhalt bereits nach drei, vier Tagen verkümmerte und sich Richtung Biotonne verabschiedete. Denen sei Strauchbasilikum empfohlen, der bei angenehmen Temperaturen und nicht allzu viel direkter Sonne auf der Fensterbank gedeiht, sich für gute Pflege mit zahlreichen blassvioletten Blüten bedankt und sich ganzjährig frisch ernten lässt.

Gegen welche Krankheiten und Wehwehchen die verschiedenen Kräuter eingesetzt werden können, ist eine Wissenschaft für sich. Ebenso, wie die Pflanzen gezogen und gepflegt werden, ob sie im Garten, auf der Terrasse oder auf der Fensterbank gedeihen, ob die ein- oder mehrjährig wachsen und wie sie gedüngt und vermehrt werden. Mona Stritzke kann Auskunft geben.

Die 30-Jährige hat jederzeit Kräuterpflanzen im Sortiment. Aber Herbst und Winter sind nun mal nicht die günstigsten Jahreszeiten, um mit einer eigenen Kräuterzucht zu beginnen. Besser das Frühjahr abwarten und dann loslegen.

Dafür wird Mona Stritzke im Mai 2012 die ersten Eddelaker Kräutertage ins Leben rufen.

Currykraut

Currykraut

(Von links) Olivengras, Knobi-Gras und Pilzkraut

(Von links) Olivengras, Knobi-Gras und Pilzkraut

Von: Inge Schwohn

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