

Anita Hölscher tauschte den Großraum Berlin mit der schleswig-holsteinischen Westküste. Seit November ist sie die neue Bibliothekarin im Dithmarscher Bücherbus. Foto: Lotze
Burg-St. Michaelisdonn
- Erst vor geraumer Zeit ist der betagte hellblaue Bücherbus gegen ein schmuckes neues Gefährt getauscht worden. Wer in diesen Tagen an einer seiner Haltestellen zusteigt, trifft nicht nur auf ein neues Mobil, sondern auch auf ein neues Gesicht.
Es gehört Anita Hölscher. Die Bibliothekarin, die aus dem Großraum Berlin an die schleswig-holsteinische Westküste umgesiedelt ist, unterstützt seit dem 1. November ihren Kollegen Rainer Guthke, der seine Stundenzahl in der Fahrbücherei auf eigenen Wunsch reduziert hat.
Ursprünglich kommt Anita Hölscher aus Potsdam, wo sie unter anderem in der medizinischen Fach- und Patientenbibliothek tätig war. Auch in einer Bezirksbücherei in der Hauptstadt hat sie viele Erfahrungen gesammelt. Insofern sei der Wechsel von der Großstadt in die ländliche Region schon ein gewisser Kontrast. "Aber ein durchaus gewollter", sagt sie. Ihren Wohnsitz hat sie übrigens in Husum aufgeschlagen.
Mehr als 50 Dithmarscher Gemeinden fährt die rollende Bibliothek Woche für Woche an. "Ich bin hauptsächlich montags und dienstags an Bord, ansonsten findet man mich im Domizil der Büchereizentrale im Halligweg 8 in Heide", sagt Höscher. Dort ist auch der Teil des Fundus untergebracht, der nicht in die "rollende Außenstelle" passt - etwa 20 000 Medien. Weitere 4000 Bücher, Hörbücher und DVDs zuckeln täglich über die Lande und versorgen so diejenigen Leseratten, die ansonsten keinen Zugriff auf eine Bücherei hätten. Beispielsweise die St. Michaelisdonner, deren Bibliothek Ende März geschlossen wurde. Dennoch, das haben Hölscher und Guthke festgestellt, nehmen diese den Bücherbus merkwürdigerweise kaum an. "Ich kann verstehen, dass die Bevölkerung ihre feste Einrichtung wiederhaben möchte. Aber bis es wieder dazu kommt, ist unser Bus eine prima Alternative. Immerhin sind wir an die Bibliothekszentrale angeschlossen und können Bücher und CDs aus dem ganzen Land besorgen. Vorbestellt werden kann auch im Internet." Jeden Donnerstag wird in St. Michel Station gemacht, die Haltestellen sind an der Schule sowie auf dem Parkplatz zwischen Gerätehaus und Sky-Verbrauchermarkt.
In den meisten Orten wird schon an den Haltestellen auf den Bus gewartet, der streng genommen eigentlich ein Lkw ist. Dabei kann Anita Hölscher keinen typischen Nutzer ausmachen: "Es ist alles dabei, Männer, Frauen und Kinder. Von jung bis alt." Lediglich in der Spanne von 14 bis 19 Jahren ist das Interesse am Lesen offenkundig nicht so groß. "Das ist aber nicht nur in Dithmarschen so. Jugendliche in diesem Alter haben meist andere Interessen. Viele von ihnen entdecken aber das Buch später wieder", weiß Anita Hölscher aus Erfahrung.
- Mehr Infos gibt es auch im Internet unter der Adresse fahrbuecherei-dithmarschen.de