

Vor einem Jahr waren die Arbeiten am Appartement-Komplex an der Westerwarft noch in vollem Gange. Inzwischen ist das große Gebäude fertig. Blöcke wie dieser sollen im Büsumer Ortskern künftig nicht mehr gebaut werden. Fotos: Petersen
(ch) Für Jan Zimmermann (IBF) könnte demnächst ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen. Seit vier Jahren setzt er sich für das Ende des wilden Bauens im Ortskern ein. Das könnte bald so weit sein, erste Maßnahmen laufen.
Das bauliche Durcheinander im Büsumer Ortskern ist Zimmermann und den anderen IBF-Mitgliedern schon lange ein Dorn im Auge. Mit besonderer Sorge beobachtet die Wählergemeinschaft, dass immer mehr Grundstücke zusammengelegt und mit großen Gebäuden bebaut werden. Zimmermann ist der Ansicht, dass diese „Schuhkartons“ nicht in das Ortsbild passen und die Attraktivität Büsums mindern. „Die großvolumigen Bauten verschandeln den Ort“, findet er deutliche Worte. Als Beispiel führt der Gemeindevertreter die Straße Westerwarft an. Dort seien in der Vergangenheit drei Grundstücke zu einem großen zusammengefasst worden. „Da steht jetzt ein Riesenklotz“, ärgert sich Zimmermann.
Nach derzeitigem Büsumer Baurecht sind solche Häuser im Ortszentrum nicht verboten. Aber das soll anders werden, so der Vorsitzende der IBF. Das sehen etliche andere Büsumer Politiker inzwischen ähnlich. Mittlerweile hat die Gemeinde ein Hamburger Unternehmen mit dem Anfertigen eines städtebaulichen Entwicklungsplanes beauftragt. Der soll künftig den Rahmen für Neubauten im Ortskern bilden.
Dieser Plan allein kann die großen Häuserblöcke allerdings nicht verhindern. „Er ist lediglich eine Handlungsrichtlinie“, sagt Jan Zimmermann. In konkreten Fällen müsse die mit entsprechenden Bebauungsplänen unterfüttert werden.
Dennoch freut sich der Kommunalpolitiker darüber, dass endlich Bewegung in die Sache kommt. „Das ist ein Riesen- schritt nach vorne“, sagt er. „Wir haben dann ein Instrument, mit dem wir das wilde Bauen in den Griff bekommen können.“
Die Städtebauplaner aus der Hansestadt haben dem Büsumer Hauptausschuss jetzt das erste Konzept für den Rahmenplan vorgelegt. Zu den Hauptzielen der künftigen Bauplanung gehört demnach der Erhalt und Schutz der noch intakten städtebaulichen Strukturen sowie die Begrenzung der Bodenversiegelung. Außerdem soll sich die Gemeinde – je nach Ortsteil – auf eine bestimmte Gebäudehöhe und Anzahl von Geschossen festlegen.
„In den kommenden Wochen wollen wir mit der Gemeinde prüfen, ob unser Konzept umsetzbar ist“, sagt Beate Pasdzior vom beauftragten Architekturbüro Baum. Sollte das der Fall sein, werde mit der Formulierung von konkreten Zielen begonnen. Zudem soll für einen Teil des Ortskerns ein exemplarisches Vorkonzept für einen Bebauungsplan erstellt werden. Das letzte Wort zu diesem Thema hat dann die Gemeindevertretung.
Doch nicht nur bei der IBF kommt der bauliche Entwicklungsplan gut an. „Wir stehen voll dahinter“, sagt Eike Oelker, Fraktionsvorsitzender der FWB. Hugo Köhler von der FDP sieht das ähnlich. „Das ist eine gute Sache für den Ort.“ Auch Holger Lichty (SPD) ist zufrieden. „Vor allem war es eine gute Zusammenarbeit in den Arbeitskreisen“, konstatiert er. In mehreren Gruppen hatten die Verantwortlichen Vorschläge für das Konzept erarbeitet. CDU-Fraktionsvorsitzender Timm Hollmann sieht das Entwicklungskonzept als „ersten Schritt in die richtige Richtung“. „Wir müssen das Ortsbild schützen“, sagt der Kommunalpolitiker.
IBF-Vorsitzender Jan Zimmermann freut sich über die Unterstützung aus den anderen Parteien. „Es geht schließlich darum, dass wir Büsum attraktiv halten“, sagt er. Eine kleinteilige Bebauung füge sich besser in das Ortsbild. Zimmermann: „Schließlich wollen wir unsere Einwohner, Urlauber und Tagesgäste nicht mit einer Betonwüste vergraulen.“
Von: Christoph Hecht
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