
- Zumindest die Brücke am Eingang des Museumshafens wird es wohl nicht geben. Sie sollte zu einem neuen Hotel auf der gegenüberliegenden Seite führen.
Diese heiß diskutierte und umstrittene Idee sei vom Tisch. Das bestätigten gestern auf Nachfrage der Vorsitzende des Museumshafenvereins, Dr. Martin Kreitz, und Hauke Rahder, Chef der gleichnamigen Reederei. Seine Schiffe starten ihre Ausflugsfahrten am Ankerplatz, neben dem Eingang zum Museumshafen. Eine Brücke dort - und vor allem eine neue Straße dorthin - müsste direkt an den Schiffen und dem Rahder-Pavillon für Kartenverkauf vorbeiführen. Dadurch würde der Betrieb "erheblich beeinträchtigt", erklärt Rahder auf Nachfrage unserer Zeitung.
Vor den Fahrten zur Seehundbank stünden teilweise rund 250 Gäste am Kai, beziehungsweise verweilten auf dem Ankerplatz. Wenn dazu noch Gäste der ankommenden Schiffe aussteigen, kämen dort zeitweise 300 bis 400 Menschen zusammen. Das sei im Moment auf dem weitläufigen, schön gestalteten Ankerplatz kein Problem. Eine Straße wäre dann jedoch sehr hinderlich.
Zudem wäre die Einfahrt in den Museumshafen durch eine Brücke deutlich erschwert. Es müsste jemand die angedachte, bewegliche Brücke bei Bedarf immer ein- und ausfahren.
Der zweite Vorschlag für einen möglichen Brückenstandort - eine Brücke in Verlängerung der Hafenstraße, also auf etwa halber Höhe des Museumshafens - stößt bei dem Firmenchef nicht auf Ablehnung: "Aus betrieblicher Sicht der Reederei Rahder hätte ich damit keine Probleme."
Kreitz möchte den Museumshafen komplett frei von Brücken halten und ihn so bestehen lassen wie er ist. Beim Info-Abend der Initiative Pro Büsum, die für ein neues Hotel anstelle des defizitären Vitamaris plädiert, sei deutlich geworden: "Wir brauchen gar keine Brücke."
Der Sprecher der Initiative, Jens Thiessen, erläuterte an diesem Abend, dass durch ein Hotel mit 130 Zimmern und Parkflächen, die im Hotel integriert sind, nicht mehr Verkehr entstehen würde als zurzeit durch den Betrieb des Vitamaris. Zu erwarten seien 65 bis 130 Fahrzeugbewegungen pro Tag. Ein Hotel mit externen Parkflächen würde allerdings ein Vielfaches an Autoverkehr verursachen, erklärte Thiessen. Ein Shuttle-Service solle vermieden werden. Stattdessen könne eine Fußgängerzone am Museumshafen geschaffen und damit die Attraktivität gesteigert werden.
Der Investor, der sein Interesse an dem Hotelbau bekundet hat, konnte auf unsere Nachfrage keine Stellung nehmen, da er zurzeit in Urlaub ist.
Thiessen will das Bemühen um ein neues Hotel keinesfalls an der Brückenfrage scheitern lassen. "Eine Brücke über den Museumshafen gehört zwar zu unserem Konzept, aber wir können diese Frage erstmal zurückstellen."
Auch wenn es keine Brücke gebe, stünde dies einem Hotelbau nicht im Wege. Denn es gebe aus verkehrlicher Sicht "keinen dringenden Handlungsbedarf."
Thiessen geht davon aus, dass Parkplätze in den unteren Geschossen eines neuen Hotels geschaffen werden könnten, da die Aussicht ohnehin durch den Deich versperrt sei. Man könne also später über eine Brücke diskutieren. "Vielleicht gibt es auch andere Verkehrskonzepte. Da sind wir kompromissbereit."
Die Initiative hat bis gestern Abend fast 200 Bekundungen für den Hotelbau per Mail und Unterschriften bekommen. Heute demonstrieren die Mitstreiter ab 17 Uhr vor dem Rathaus. Um 18.30 Uhr beginnt die Gemeindevertretersitzung im Rathaus.
Von: Wiebke Reißig
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