
- Da wo man singt, da lass Dich ruhig nieder - das dachten sich auch gestern wieder unzählige Freunde der Seefahrermusik.
Zum inzwischen sechsten Brunsbütteler Shanty-Festival hatten die gastgebenden "Klabautermänner" reichlich aufgefahren. Insgesamt 330 Sängerinnen und Sänger aus zwölf Chören sorgten für ein unterhaltsames Programm, durch das Alt-Bürgermeister Wilfried Hansen in gewohnt souveräner Manier führte. Die Chöre selbst - zum größten Teil weitgereist - lieferten ihm die Steilvorlagen. Und so durften die Besucher erfahren, dass aus dem Schwabenland nicht nur Maultaschen und Spätzle kommen, sondern auch stilecht vorgetragene Shanties und Seemannslieder wie beim Shanty-Chor Heidenheim von der schwäbischen Alb. An den kuriosen "Lady Pirates" aus dem niederländischen Winschoten hatte der Ex-Verwaltungschef des einstigen Piratennests Brunsbüttel natürlich seine ganz spezielle Freude. Überhaupt schien der Auftritt der lebenslustigen Niederländerinnen von vielen besonders heiß erwartet.
Nach dem sonnigen Auftakt bei herrlichem Frühschoppenwetter machte Petrus am Nachmittag den Machern dann doch noch einen Strich durch die Rechnung. Starker Regen setzte der Technik zu, schließlich wurde das Festival abgebrochen. Die Chöre nahmen’s gelassen - schließlich hatten alle bis dahin mindestens einen der ursprünglich zwei geplanten Auftritte hinter sich gebracht.
"Das war Pech, aber alle zeigten Verständnis", war Chef-Organisator Norbert Engel denn auch insgesamt zufrieden, gleichwohl auch groggy. Ob es in zwei Jahren ein siebentes Shanty-Festival geben wird, ließ er gestern erstmal offen. Vorstellbar sei es, aber es müssten dann auch alle Partner und vor allem die Sponsoren, ohne die sich eine solche Veranstaltung für schmale fünf Euro Eintritt nicht auf die Beide stellen ließe, mitziehen. An Chören mangele es jedenfalls nicht: Die Zahl der Bewerber ist groß, und das, obwohl die Chöre für die Anreisekosten selbst aufkommen. "Da ist viel Idealismus dabei", betont Engel. "Was die Zahl der diesjährigen Bewerbungen angeht, hätten wir hier auch hundert Chöre auftreten lassen können."

Die Heidenheimer hören auf ihr Kommando.

Als Moderator in seinem Element: Alt-Bürgermeister Wilfried Hansen.

Erschöpft, aber zufrieden: Organisator Norbert Engel.

Am Nachmittag dann doch noch Regen, der der Veranstaltung den Garaus machte.

Sie genossen ihr Heimspiel: die "Klabautermänner" aus Brunsbüttel.

Auch in der sechsten Auflage war das Shanty-Festival ein Besuchermagnet. Das überraschend herrlich sonnige Wetter zur Frühschoppenzeit spielte den Veranstaltern zunächst in die Hände.

Halt, hier singt die Polizei - übrigens, wie die "Klabautermänner", unter der Leitung von Roland Scheibner.

"The Lady Pirates" aus den Niederlanden haben die Lebensfreude gepachtet - und brachten dies bei ihrem Auftritt auch zum Ausdruck. Fotos: Behrendt
Von: Michael Behrendt
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