

Das Feuer findet in dem reetgedeckten Haus reichlich Nahrung. Kritisch: Der Gas-Tank ganz in der Nähe. Fotos: Böttiger
(hb) Schicksalsschlag am frühen Morgen. In Krumstedt an der Alten Landstraße ist gestern ein reetgedecktes Ferienhaus weitgehend abgebrannt. Es dürfte sich um einen Totalschaden handeln. Der Hauseigentümer konnte sich rechtzeitig retten. Verletzt wurde zum Glück niemand.
Um 6.37 Uhr kam die Alarmmeldung der Einsatzleitstelle, wenige Minuten später waren die Einsatzkräfte der Krumstedter Wehr am Unglücksort. Beim Eintreffen stellten sie erhebliche Rauchentwicklung im südlichen Teil des Dachgeschosses fest. Als sie das Haus betraten, schlugen bereits offene Flammen durch das Bodengebälk nach unten durch. Sofort wurde die Gas- und Stromversorgung unterbrochen. Einsatzleiter und Wehrführer Jörg Bollmann ordnete angesichts der rasch eskalierenden Lage an, das Gebäude zu verlassen.
Das Feuer breitete sich in dem reetgedeckten Dachstuhl rasend schnell aus. Auch in dem Holzgebälk des aus dem 19. Jahrhundert stammenden, seither mehrfach renovierten und modernisierten Gebäudes fanden die Flammen reichliche Nahrung. Die Feuerwehr konzentrierte sich darauf, eine Wasserversorgung aufzubauen und den Löschangriff von außen vorzunehmen.
Von allen Gebäudeseiten wurde das Feuer bekämpft. Besonders wichtig war die Nordseite. Hier befindet sich ein oberirdischer Gastank für die Gasversorgung. Er wurde von den Feuerwehrleuten über eine Extraleitung gekühlt und von der Hitzeentwicklung abgeschirmt.
Gut eine Stunde später traf ein Tieflader mit einem aus Hemmingstedt angeforderten Bagger am Brandort ein. Aufgabe für Fahrer und Maschine war es, die brennenden und rauchenden Dachteile inklusive der Gauben herunterzureißen und auf dem Boden zu verteilen. Anders ist ein derartiges Feuer nach allen Erfahrungen überhaupt nicht zu stoppen.
Mehr als fünfzig Feuerwehrkräfte waren bei dem Brand im Einsatz. Beteiligt waren die Wehren Krumstedt, Bargenstedt, Sarzbüttel, Meldorf. Der ebenfalls vor Ort befindliche Rettungsdienst musste nicht zum Einsatz kommen, Verletzte gab es nicht. Der Hausbesitzer hatte sich rechtzeitig aus dem Haus entfernt. Er konnte nur wenige persönliche Habseligkeiten mitnehmen.
Bei der Reetdachkate handelt es sich um das Ferienhaus einer Hamburger Familie. Vor rund zwei Jahren hatte sie das Gebäude erworben und seither mit viel Einsatz renoviert und saniert. Fassungslos mussten die Eigentümer jetzt mit ansehen, wie ihre mühsam aufgebaute Landidylle von den Flammen zerstört wurde.
Zu der Brandursache gibt es noch keine Aussagen. Die Kripo ermittelt. Der Schaden dürfte nach Schätzungen mindestens 100 000 Euro betragen.
Von: Hermann Böttiger
Diskutieren Sie über diesen Artikel