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25.07.2012 06:00 Uhr Albersdorf

Granate entpuppt sich als Bolzen

Wegen eines vermeintlichen Sprengstoff-Fundes wird das Amtsgebäude geräumt

Sprengstoff-Alarm im Albersdorfer Amtsgebäude: Polizeibeamte und einige Verwaltungsmitarbeiterinnen warten vor dem Haus auf das Eintreffen des Kampfmittel-Räumdienstes. Fotos: Hecht

Sprengstoff-Alarm im Albersdorfer Amtsgebäude: Polizeibeamte und einige Verwaltungsmitarbeiterinnen warten vor dem Haus auf das Eintreffen des Kampfmittel-Räumdienstes. Fotos: Hecht

- Die Mittagspause fiel für die Mitarbeiter des Amtes Mitteldithmarschen in Albersdorf gestern etwas länger aus. Schuld war ein alter Stahlbolzen, der wie eine verwitterte Granate aussah.

Auf einen Schlag standen gestern Vormittag an der Bahnhofstraße die Amtsgeschäfte still. Sprengstoff-Alarm: Das Verwaltungsgebäude des Amtes Mitteldithmarschen musste geräumt werden.

Gegen 11.30 Uhr betrat ein älterer Herr das Bürgerbüro. Im Gepäck hatte der Albersdorfer einen stark verrosteten Metallgegenstand, den er für den Rest einer Granate hielt. Er habe das verwitterte Teil kurz zuvor, während eines Spazierganges im Wennbütteler Wald, entdeckt, erzählte der Mann den verdutzten Mitarbeitern der Verwaltung.

Ursprünglich wollte der Finder die vermeintliche Granate wohl bei der örtlichen Polizeistation abgeben, hatte dort aber niemanden angetroffen. "Deshalb ist er dann zu uns gekommen", sagte Imke Sticken. Sie ist die Sicherheitsbeauftragte für das Verwaltungsgebäude.

Kurios: Nicht nur, dass der Mann den angeblichen Sprengkörper von der Abgeschiedenheit des Waldes in das belebte Ortszentrum schleppte, er wies die Amts-Angestellten sogar noch auf die Gefahr hin, die von seinem maroden Fundstück ausging. "Da steckt noch der Zünder drin", soll er zu den Mitarbeitern gesagt haben. Als ehemaliger Soldat kenne er sich mit Granaten aus.

Daraufhin alarmierten die Mitarbeiter des Bürgerbüros die Polizei. Weil die Beamten nicht ausschließen konnten, dass es sich um Sprengstoff handelt, räumten sie das Gebäude und riefen den Kampfmittel-Räumdienst zu Hilfe. Weil der im 60 Kilometer entfernten Groß Nordsee (Kreis Rendsburg-Eckernförde) stationiert ist, dauerte es entsprechend lange, bis ein Waffen- und Munitions-Fachmann im Luftkurort eintraf.

Die rund 25 Mitarbeiter, die gestern im Amtsgebäude arbeiteten, nutzten diese Zeit für eine verlängerte Mittagspause. Lediglich eine Handvoll hielt vor dem roten Backsteinbau die Stellung. Statt an ihren Schreibtischen saßen die jungen Frauen in der Sonne und genossen Schokoladen-Eis am Stiel. Eine von ihnen war Imke Sticken. "Es muss ja auch jemand vom Amt aufpassen", erklärte sie ihr Ausharren. Schließlich sei das Verwaltungsgebäude nicht abgeschlossen.

Nach einer knappen Dreiviertelstunde erreichte der Experte des Kampfmittel-Räumdienstes den Ort des Geschehens. Sein Einsatz dauerte dagegen nur wenige Minuten. Kaum war er im Gebäude verschwunden, da tauchte er auch schon wieder auf. In die Hand hielt er die vermeintliche Granate, die er mit geübtem Blick schnell als harmlosen Stahlbolzen identifiziert hatte. Der Sprengstoff-Räumer warf das Metallstück in eine sandgefüllte Kiste im Kofferraum seines Autos und brauste davon.

Anschließend wurde das Verwaltungsgebäude wieder freigegeben. "In einem solchen Fall müssen wir das Gebäude abriegeln", sagte Polizeihauptkommissar Bernd Wasmund, der den Einsatz leitete.

Auch die Polizei zeigte sich darüber verwundert, dass der Finder die vermeintliche Granate in den Ort gebracht hat. Sie rät den Entdeckern von Waffen- oder Munition, ihren Fund nicht anzufassen oder zu transportieren. Es bestehe akute Lebensgefahr. Stattdessen sollten die Finder die Polizei einschalten. Die kümmere sich dann um die weiteren Schritte.

Einsatzleiter Bernd Wasmund

Einsatzleiter Bernd Wasmund

Von: Christoph Hecht

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