

Kirchenmusikdirektor Paul Nancekievill und Pastor i.R. Kurt Knorr freuen sich, dass auch Meldorf im bundesweiten Jahr der Kirchenmusik eine Rolle spielt. Foto: Peters
Meldorf
(alp) Zum öffentlichen Teil der Kirchenvorstandssitzung konnte der Vorsitzende Pastor Thomas Baum viele Gäste begrüßen, unter ihnen die Vorsitzende des Kirchenmusikvereins Eva Albers und Pastor i.R. Kurt Knorr. Das große Interesse galt dem "Jahr der Kirchenmusik" und dem Konzertplan für 2012.
Kirchenmusikdirektor Paul Nancekievill und Sebastian Hilmes als Leiter des Posaunenchors waren als Berichterstatter eingeladen. Das Jahr der Kirchenmusik ist ein Projekt der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) und gilt der Vorbereitung des 500. Reformationsjubiläums im Jahr 2017. Schirmherr ist der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Bernd Neumann. An 366 und einem Tag - der Nacht zu Ostersonntag - erklingt nach dem Domino-Prinzip in je einem anderen deutschen Gotteshaus ein Kirchenkonzert.
Der Impuls geht von einem Ort zum Nachbarort. Begonnen hat es am 1. Januar 2012 in Augsburg. Die Kette schlängelt sich vom Süden nach Norden. Das 203. Konzert dieser Reihe wird am 21. Juli im Meldorfer Dom erklingen. Anschließend macht die Kette einen Sprung bis nach Lübeck, dann geht es an der Ostseeküste entlang bis Usedom und wieder Richtung Süden, bis dann am 31. Dezember 2012 das letzte Konzert in Zittau erklingt.
Ein neues Gesangbuch wird diese Stafette begleiten, das vom Kulturbüro der EKD in Kooperation mit dem Bärenreiter-Verlag in Kassel herausgegeben worden ist. Unter dem Titel "Frau Musica spricht - Chorbuch Reformation" sind alte und neue Lieder der Reformation veröffentlicht. Dazu gibt es nicht nur neue Chorsätze, sondern auch neue Texte zu alten Melodien, Texte, die dem Kirchenbesucher von heute leichteren Zugang zu den Glaubensinhalten möglich machen sollen. Zwei dieser Liedtexte stammen vom Meldorfer Pastor i. R. Kurt Knorr, den dieses Thema schon lange beschäftigt.
Dass der Meldorfer Dom zu den ausgewählten Konzertorten gehört verwundert nicht, wenn man einen Blick auf das Jahresprogramm 2012 wirft. Paul Nancekievill hat die kirchenmusikalische Arbeit seines Vorgängers, des legendären Peter Mohr, fortgesetzt und mit eigenen Akzenten versehen und ergänzt. Auch die Arbeit mit Kinder- und Jugendchor, Kantorei und Domchor kann sich sehen lassen.
Fernsehauftritte in der Adventszeit zeigen, dass die Qualität der Chorarbeit auch überregional bekannt ist. Die mehr als 50 Kinderchormitglieder studieren zurzeit das Kindermusical "Josef und seine Brüder" ein. Der Jugendchor freut sich auf eine Chorfreizeit in der Normandie. Kirchenvorsteherin Merle Fromberg-Beeck fasste es, unter dem Beifall der Versammlung, so zusammen: "Wir können uns glücklich schätzen, dass es so etwas in Meldorf gibt. Wir sind reich beschenkt. Dass wir bei der EKD dabei sind, ist eine große Ehre."
Im Laufe des Jahres werden 28 Konzerte im Dom erklingen, hinzu kommt das Quempas-Singen am ersten Weihnachtstag. Im vergangenen Jahr kamen 1200 Besucher zu zwei Quempas-Aufführungen. Schon am kommenden Sonnabend wird es mit dem großen Mendelssohn-Chorkonzert ein besonderes kirchenmusikalisches Ereignis geben. Wenig später, am 24. Februar, kommen der weltweit bekannte Bass-Bariton Klaus Mertens, Simone Eckert (Viola da gamba) und Matthias Janz (Cembalo) mit Musik des Barock nach Meldorf. "Ein Kleinod", sagt Nancekievill zu diesem Konzert.
Noch einmal Mendelssohn erklingt am 8. März mit dem Flensburger Bachchor und dem Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester. Ein Benefizkonzert folgt am 17. März: Der Lions Club lädt dazu ein, die Jugendkantorei, das Rogerius Ensemble und Lasse Fankhänel (Trompete) werden musizieren. Am 22. März folgt das Posaunenensemble der Musikschule Mainz, auf das Sebastian Hilmes besonders hinweist.
Das Faltblatt mit dem gesamten Jahresprogramm einschließlich der zehn Internationalen Sommerkonzerte und der drei SHMF-Konzerte wird in den nächsten Tagen sowohl im Dom als auch an vielen anderen Stellen in Meldorf ausliegen.
Die Tatsache, dass es aus den Reihen der Kirchenvorstandsmitglieder nach Nancekievills und Hilmes’ Vorträgen keine Wortmeldungen gab, interpretierte der Vorsitzende Thomas Baum so: "Keine großen Nachfragen, aber eine große Dankbarkeit".