
Brunsbüttel
(ca) Für die Westküstenklinik Brunsbüttel sollte ein sogenannter Sicherstellungszuschlag herausgeschlagen werden. Zu zahlen wäre dieser von den Krankenkassen, doch sind die entsprechenden Verhandlungen zwischen dem Kreis Dithmarschen als Träger der Klinik und den Kassen gescheitert.
Das Sozialministerium sieht es nach Angaben aus Klinikkreisen als berechtigt an, dass Brunsbüttel den Sicherstellungszuschlag erhält. Dieser wird an Krankenhäuser gezahlt, die unwirtschaftlich arbeiten, aufgrund ihrer geographischen Lage jedoch alternativlos sind. Um zu Überleben, erhalten sie einen Zuschlag. Das galt bisher beispielsweise für Insel-Krankenhäuser.
Nachdem die Verhandlungen nun gescheitert sind, kündigt das Ministerium eine erneute Prüfung an. "Das kann aber lange dauern", sagt der Betriebsratsvorsitzende der WKK-Kliniken in Brunsbüttel und Heide, Matthias Stecher. "So lange es keine Entscheidung gibt, macht Brunsbüttel nach wie vor ein Defizit, das von der Klinik in Heide aufgefangen werden muss. Und da schreiben wir nun auch nicht die riesigen Gewinne", so Stecher. Auf diese Weise würde das gesamte Unternehmen WKK "erheblich belastet".
Stecher ist nicht nur erschüttert, sondern regelrecht "zornig wegen der Taktik der Krankenkassen, auf Zeit zu spielen und diese Sache auf dem Rücken der Krankenhausmitarbeiter auszutragen." Die schieben nach seinen Angaben tausende Überstunden, haben verschiedene Abspeck-Runden hinter sich und fühlen sich von den Kassen regelrecht veräppelt. "Ich habe keinerlei Verständnis dafür, wie die Kassen trotz ihrer Milliarden-Überschüsse so mit den Arbeitsplätzen in unserer Region spielen", so Stecher.
Morgen wollen sich Landrat Dr. Jörn Klimant und WKK-Geschäftsführer Harald Stender öffentlich zu dem Thema äußern.