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Mittwoch, 22. Februar 2012 | Von: Reinhard Geschke

Jede Menge Müll und kaputte Scheibe

Polizei zieht positive Rosenmontagsbilanz, weniger Aggressivität und Straftaten

Die Mitarbeiter des Bauhofs schwingen kräftig die Besen, um den Müll vom Kopfsteinpflaster zu fegen. Gestern wurden rund zwölf Kubikmeter Müll aufgesammelt.  Fotos: Geschke

Die Mitarbeiter des Bauhofs schwingen kräftig die Besen, um den Müll vom Kopfsteinpflaster zu fegen. Gestern wurden rund zwölf Kubikmeter Müll aufgesammelt. Fotos: Geschke

Auf dem ZOB war die Müllmenge deutlich größer als im Vorjahr, so Jens Kruse vom Bauhof.

Auf dem ZOB war die Müllmenge deutlich größer als im Vorjahr, so Jens Kruse vom Bauhof.

Da schwebt die Heizung für das Zelt auf dem Ochsenmarkt dahin. Gestern ist der größte Teil des Zeltes bereits abgebaut worden.

Da schwebt die Heizung für das Zelt auf dem Ochsenmarkt dahin. Gestern ist der größte Teil des Zeltes bereits abgebaut worden.

Marne

- Aus Sicht der Polizei war der Rosenmontag ein voller Erfolg: "Es gab nur wenige Straftaten, obwohl viele Tausend Menschen nach Marne gekommen waren", sagte Sabine Kist, Einsatzleiterin der Polizei für den Rosenmontag. Dafür gab es wieder reichlich Müll.

Bereits ab 7 Uhr sind die elf Mitarbeiter des Bauhofs und die zusätzlichen Ein-Euro-Kräfte in Marne unterwegs gewesen. Besonders am ZOB und in der Innenstadt häufte sich der Müll diesmal besonders an. Dafür hatten die Karnevalisten anscheinend weniger rund um das Zelt auf dem Ochsenmarkt verteilt. Für Jens Kruse und seine Männer des Bauhofs war das allerdings egal. Plastikbecher, Flaschen, Scherben, Pappteller oder auch Bonbons und Luftschlangen mussten von den Straßen und Wegen geräumt werden. "Durch den Regen ist der Müll nicht so gut zu fegen", beschrieb Kruse. Erschwerend kam am Vormittag der Wind hinzu, der so manchen Becher immer wieder durch die Gegend wirbelte. Insgesamt haben die Männer rund zwölf Kubikmeter Müll gesammelt.

Bereits Mittags waren die Straßen in der Innenstadt für den Autoverkehr wieder freigegeben, die Absperrgitter und auch die Hütten zum großen Teil wieder abgebaut.

Nach Aussage der Polizei kamen rund 20 000 Besucher zum Rosenmontag nach Marne, die auch die Polizei wieder in Atem hielten. "Wir hatten aber deutlich weniger Straftaten als im vergangenen Jahr", machte Sabine Kist, Leiterin der Polizeistation Marne deutlich. Auch sei die Aggressivität, wie sie in Vorjahren zu spüren gewesen sei, diesmal nicht so ausgeprägt gewesen.

Dennoch mussten die rund 60 eingesetzten Ordnungshüter mehrfach in der Nacht zu gestern eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern. Insgesamt wies die Statistik fünf Körperverletzungen, davon drei gefährliche, fünf Platzverweise und einmal Widerstand gegen Polizeibeamte aus. "Bei allen Straftaten war übermäßiger Alkoholkonsum mit im Spiel", sagte Kist. Das galt für den 20-Jährigen, der mehreren Platzverweisen nicht Folge leisten wollte und schließlich in die Ausnüchterungszelle nach Brunsbüttel gebracht wurde, wie auch für den 22-Jährigen aus Heide, der Streit gesucht und die Polizei behindert habe.

Stark alkoholisiert war auch ein 26-Jähriger aus dem Heider Umland, der gegen 1 Uhr eine 22-jährige Meldorferin sexuell belästigte. Dies sah ein 32-Jähriger und wollte der Frau helfen. Als er einschritt, rastete der Heider aus und schlug wild um sich und warf mit Gegenständen, sodass der Helfer eine Schnittwunde auf der Stirn erlitt. Der Täter rannte daraufhin weg. Er wurde jedoch, als er später erneut in das Lokal gehen wollte, durch die gute Personenbeschreibung erkannt und festgenommen. Der Mann hatte 1,75 Promille Alkohol im Blut. Es wurde eine Anzeige wegen Körperverletzung und sexueller Belästigung gefertigt.

In einem Fall war die Stimmung gegen 2 Uhr derart aufgeheizt zwischen dem Sicherheitsdienst und einem Gast, dass sich der Wirt auf Anraten der Polizei dazu entschloss, das Lokal zu schließen. Doch nicht immer geht einer Sachbeschädigung rohe Gewalt voraus. Im Gemeindehaus an der Österstraße wurde eine Fensterscheibe beschädigt. Die Ursache: Ein 25-Jähriger aus St. Michaelisdonn hatte mit seiner Freundin eine derart intensive und wilde Liebelei, dass die Scheibe nicht mehr standhielt. Der "Täter" hatte sich aber freiwillig gemeldet und will den Schaden begleichen.

Bei den knapp 60 überprüften Autofahrern mussten neun pusten, die Tests fielen alle negativ aus. Auch die in vier Fällen gemachten Drogenschnelltests ergaben keinen Befund. "Die Besucher haben unsere Appelle anscheinend angenommen und sind mit Taxen gefahren oder haben sich abholen lassen", lobte Kist das Verhalten.

Noch länger beschäftigen mit dem Rosenmontag muss sich das Fundbüro. Dort sind zahlreiche Hosen, Jacken, Handys aber auch eine Trommel abgegeben worden.


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