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22.05.2012 06:00 Uhr

Für ein schöneres Ortsbild

Seit 1887 engagieren sich Mitglieder im Verschönerungsverein

Mitglieder des Verschönerungsvereins nach einem Umzug während des Pfingstvolksfestes in den 1920er-Jahren.

Mitglieder des Verschönerungsvereins nach einem Umzug während des Pfingstvolksfestes in den 1920er-Jahren.

- Im 19. Jahrhundert zog es immer mehr Menschen nach Albersdorf. Vor allem die 1881 entdeckte Quelle mit eisenhaltigen Wasser lockte viele an.

Viele erfreuten sich daran, in den umliegenden Wäldern spazierenzugehen. Daraufhin kamen einige Frauen auf die Idee, für die Ausflügler etwas Besonderes tun zu müssen. Das war 1887, die Geburtsstunde des Verschönerungsvereins in Albersdorf. Mündlich ist überliefert, dass die Gründung in der Gastwirtschaft von Peter Thedens an der Norderstraße -heute Salon Hoffmann - stattfand. Auch wenn die Idee des Vereins von Frauen stammte, gegründet wurde die Organisation ausschließlich von Männern. Lediglich die Vorstandsarbeit war den Frauen vorbehalten. Erste Vorsitzende war Margarethe Dethmann.

Um es den Gästen in Albersdorf schön zu machen, wurden überall in den Wäldern bequeme Wege angelegt. Zudem wurde die Kurbadeanstalt im heutigen Hotel Ohlen eröffnet. Das lockte noch mehr Menschen an. Und als 1895 der Nord-Ostsee-Kanal eingeweiht wurde, fuhren die großen Dampfer vorbei. Viele Ausflügler nutzten die angelegten Wege durch die Wälder rund um Albersdorf, um nach Grünenthal an den Kanal zu kommen. Der Verschönerungsverein ließ überall in den Wäldern Bänke aufstellen und bezahlte sogar einen Arbeiter, der die Wege sauber hielt.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte der Verschönerungsverein 200 Mitglieder. In dieser Zeit war Margarete Franzen 28 Jahre lang Vorsitzende. Während der Zeit des Dritten Reiches durften keine Wahlen mehr stattfinden, und so wurden alle Vereine aufgelöst, so auch der Verschönerungsverein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es unter anderem auch wenig zu heizen. So wanderte aus dem Wald eine Bank nach der anderen in die Öfen mehrerer Dorfbewohner. Da kam der Gedanke auf, den Verschönerungsverein wieder ins Leben zu rufen. Vor allem Ludolf Schröder soll sich dafür eingesetzt haben. Er traf bei Bürgermeister Claudius Stühm und beim Volksfestverein auf offene Ohren, und mehrere Damen waren bereit, sich für den Verein einzusetzen. Am 13. Juni 1951 fand die Neugründung statt. Erste Vorsitzende wurde Margarete Stedtfeldt. Der Verein zählte auf Anhieb 65 Mitglieder.

An verschiedenen Stellen im Ort pflegen die Mitglieder Beete und Wege. Allein in den vergangenen vier Jahren wurden 44 300 Blumenzwiebeln gepflanzt, und für die Blumenkübel im Ort wurden Paten gewonnen, die die Pflege im Sommer übernehmen. Mittlerweile sind im Verein fast 600 Mitglieder organisiert.

Vorsitzende von 1976 bis 1982 war Waltraud Rathjens. Dann übernahm Karin Radtke das Ruder und hat es bis heute nicht abgegeben. Seit 1989 ist Roswitha Kuhr als Kassenwartin aktiv. Zweite Vorsitzende ist Britta Todt, Schriftführerin ist Angelika Brünning, und Beisitzerin ist Ingke Werner.

- Am Sonnabend, 2. Juni, 15 Uhr, soll das 125-jährige Bestehen im Cafe Waldesruh gefeiert werden. Eintrittskarten sind bei den Vorstandsmitgliedern zu bekommen.



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