

Amtsvorsteher Rudolf Thode

Die Grundschule Schafstedt ist mittelfristig in ihrer Existenz gefährdet. Der Trend bei den Schülerzahlen ist rückläufig und es ist nicht sicher, ob die gesetzliche Mindestzahl in Zukunft gehalten werden kann. Foto: Böttiger
Tensbüttel-Röst
(hb) Der Amtsausschuss stärkt dem wegen rückläufiger Schülerzahlen unter Druck stehenden Schulstandort Schafstedt den Rücken. Er unterstützt die Gemeinde und den Schulverband Albersdorf bei deren Bemühungen, die Beschulung dort möglichst lange aufrecht zu erhalten.
Das ist die aktuelle Zielrichtung eines einstimmigen Beschlusses, den das Gremium aus 24 Gemeinden bei seiner Sitzung in Tensbüttel fasste. Schafstedt taucht in dem endgültigen Beschlusstext zwar nicht mehr auf, wohl aber in der schriftlichen Vorlage der Verwaltung.
Bei der Diskussion zu dem Tagesordnungspunkt wurde dann vorgeschlagen, den Text allgemeiner zu halten und zudem einen weiteren Aspekt einzubeziehen. Der Beschluss lautet jetzt folgendermaßen: "Das Amt unterstützt die Schulträger dahingehend, die kleinen Schulstandorte und die Standorte der Förderzentren zur wohnortnahen Beschulung zu erhalten."
Das Thema Förderzentren war auf Initiative von Frank Eckert (Albersdorf) in den Beschluss aufgenommen worden. Auch diese seien in ihrem Bestand gefährdet, stellte er in seinen Ausführungen heraus. Die Förderschulen seien bekanntlich schon abgeschafft. Schüler mit Sonderbedarf würden heute zunehmend in den normalen Schulbetrieb integriert, was zu vielfältigen weiteren Belastungen führt.
Man soll die Schulen im Dorf lassen, "sie stellen ein zentrales Element des örtlichen Lebens dar und tragen ganz wesentlich zur Attraktivität einer Gemeinde bei". So warb Amtsvorsteher Rudolf Thode um Zustimmung für den Beschluss. Er musste niemanden lange überzeugen. In dem Gremium war man sich einig.
Was jedoch konkret getan werden kann und soll, um die kleinen Schulstandorte zu erhalten, dazu machte er keine Aussagen. "Es geht darum, dass wir uns Gedanken machen und Solidarität zeigen", sagte er lediglich. Auch in dem Beschluss werden keine Aussagen für ein konkretes Handeln getroffen.
Das dürfte auch schwierig werden. Der Amtsausschuss verfügt über keinerlei Kompetenzen bei der Schulentwicklung, er ist weder Träger von Schulen noch bezahlt er Lehrer oder kümmert sich um die Schülerbeförderung.
Es handelt sich daher mehr um eine symbolische Initiative, mit der die Bürgermeister ihre Haltung in dieser Sache zum Ausdruck bringen. Da ihre Gemeinden alle in Schulverbänden organisiert sind, sprechen sie sich also im Grunde selbst Mut zu. Einen Beschluss als Resolution an das Bildungsministerium richten, wollte man offensichtlich nicht.
Nachdem der Schulstandort Barlt als Außenstelle von Elpersbüttel aufgrund der auf 37 gesunkenen Schülerzahl im Sommer 2011 geschlossen werden musste, gibt es jetzt noch fünf kleinere Schulstandorte im Amtsbereich bzw. im Verbandsbereich. In Elpersbüttel (112 Schüler), Bargenstedt (105), Nordhastedt (127), Bunsoh (80) und Schafstedt (55).
Mittelfristig in ihrer Existenz bedroht ist die Außenstelle Schafstedt mit derzeit 55 Schülern. Laut den amtlichen Schul- und Einwohnermeldedaten entwickeln sich die Schülerzahlen dort wie folgt: Schuljahr 2012/13: Entlassungen 15; Einschulung 17; Gesamtzahl 57. 2013/14: Entlassung 20; Einschulung 12; Gesamtzahl 49. 2014/2015: Entlassung 13; Einschulung 6; Gesamtzahl: 43.
Damit würde Schafstedt 2014/2015 unter die gesetzliche Mindestgröße für eine Außenstelle von 46 Schülern fallen und müsste dann geschlossen werden.
Bei den Einschulungszahlen handelt es sich nach Angaben der Verwaltung allein um die Kinder, die laut Statistik in Schafstedt gemeldet sind. Gastschüler aus anderen Gemeinden oder Schüler, die auswärtige Schulen besuchen, sind hier nicht berücksichtigt. Hier besteht also Plus-Minus-Potenzial, je nach dem, wie die Eltern zu gegebener Zeit von ihrem Schul-Wahlrecht Gebrauch machen.