

Wer seinen privaten Strandkorb für eine komplette Saison in Büsum an den Deich stellt, muss in diesem Jahr tiefer in die Tasche greifen. Foto: TMS
Büsum (ti) Das hat gesessen. Aus heiterem Himmel musste TMS-Geschäftsführer Olaf Raffel in dieser Woche ganz nebenbei eine saftige Gebührenerhöhung verkünden. Wer seinen privaten Strandkorb für eine komplette Saison an den Büsumer Nordseedeich aufstellen möchte, muss in diesem Jahr mit einem Preisaufschlag von bis zu 200 Prozent rechnen.
Bereits in der vergangenen Saison waren die Tarife angepasst worden. Das sei in den vergangenen zehn Jahren nicht geschehen, vermutet Olaf Raffel. Eine neue Preisgestaltung sei daher unumgänglich gewesen.
Für die Miete eines Strandkorbes müssen Touristen in Büsum tief in die Tasche greifen. Sieben Euro kostet die windgeschützte Sitz- und Liegegelegenheit pro Tag. Wer ab 14 Uhr einen Strandkorb haben möchte zahlt fünf Euro. Wahre Büsum-Liebhaber, die von Mai bis September ihren ganz privaten Strandkorb reservieren, müssen 300 Euro berappen. Im Vergleich mit St.-Peter-Ording ist das allerdings noch preiswert. Dort beträgt die Tagesmiete acht Euro und die Jahresgebühr 400 Euro. Lediglich in Büsumer Deichhausen ist der Tagespreis mit fünf Euro preiswerter.
In Büsum wird jedoch schon seit Jahren der Service angeboten, den eigenen Strandkorb mit an den Deich zu schleppen. Den Saisonstellplatz ließ sich die Verwaltung bislang mit 50 Euro bezahlen. Marketingchef Olaf Raffel kann diesen Preis jedoch nicht länger vertreten und muss nun auch diesen Preis erhöhen. Wer aus Büsum kommt, zahlt künftig 100 Euro und alle anderen Dithmarscher müssen 150 Euro berappen.
Die Erhöhung hätte bereits in 2011 umgesetzt werden sollen, verrät Raffel. "Aber als wir die Preise neu gestaltet hatten, waren die Rechnungen schon verschickt." Deshalb kommt diese Tarifänderung erst zur kommenden Saison. Während der Hauptausschusssitzung am Dienstagabend wurde der TMS-Chef, der ebenfalls als Zuhörer erschienen war, darauf angesprochen. Nach seiner kurzen Stellungnahme reagierten viele der etwa 50 Zuhörer verärgert, da sie die Erhöhung nicht nachvollziehen konnten.
"Das der bisherige Kostensatz zu niedrig war, kann man nachvollziehen. Auch eine kontinuierliche Erhöhung pro Jahr um 10 bis 20 Euro ist verständlich, aber eine Erhöhung um 200 Prozent und das noch vor dem Deichneubau, unmöglich. So kann und darf man seine Ware nicht verkaufen. Das hat wahrlich nichts aber auch gar nichts mit gutem Marketing zu tun", schimpft Jan Zimmermann (IBF). "Nach den Problemen mit der Strandkarte und der saftigen unüberlegten Erhöhung der privaten Strandkorbstellpreise kann man sich eigentlich nur fragen, wie können wir unser Büsum noch unfreundlicher gestalten?" Die IBF fordert den TMS-Geschäftsführer inzwischen auf, die Stellplatzkosten "unverzüglich neu zu kalkulieren". Doch das wird wohl kaum passieren.